Kunst und Geld

letzte Aktualisierung: Okt. 2007   

 

Die Frage nach der Einträglichkeit 'geistigen Eigentums' entscheidet sich   weniger  nach Geist sondern  mehr  nach  Eigentum. Wie und nach welchen Kriterien aus dem fragilen Material klingende Münze generiert wird, liegt nicht zuletzt an den Verwertungsgesellschaften nach Urheberrechtswahrnehmungsgesetz die in Deutschland über das Monopol für die Lizenzvermarktung verfügen. 

Hier stolpern wir über die GEMA  als finanzstärkste und einflussreichste Kraft im Reigen der Rechteverwerter. Die Gesellschaft für Musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte erwirtschaftet im Musikbereich rund 3/4 des jährlich eine Mrd. € umfassenden Haushaltsvolumens des Kunst-Rechte-Apparates.

Wer sich ein wenig einliest oder praktische Erfahrungen mit der GEMA zu sammeln das Vergnügen hat, wird von den sehr unterschiedlichen Darstellungen des Wirkens und Wollens dieses wirtschaftlich tätigen Vereins beeindruckt sein. Von daher können auch hier nur einige Facetten des Inkasso-Unternehmens angeleuchtet werden. 

Wie die 'Alchemisten des Informationszeitalters' Dünnpfiff in Geist und Geld verwandeln dokumentiert Dieter Bohlen im Stundentakt, wie das bei Boris Becker funktioniert kommentiert Hubert Erb.  Mit der Einnahmenseite der GEMA, einigen Aspekten der Geschichte und dem Geldverteilungsplan beschäftigt sich Peter Mühlbauer. Ein Besuch im Patentamt ermöglicht den Blick in die staatsaufsichtliche Überprüfung des Geschäftsgebarens.

Eigentlich sollen die Verwertungsgesellschaften bei der Rechtewahrnehmung auch soziale, kulturelle und religiöse Belange sowie Interessen der Jugendbildung berücksichtigen. Dass dies in der Praxis nicht immer so gehandhabt wird scheint dem saarländischen Ministerpräsidenten (s.u.) und auch dem ehemaligen Herrn Bundespräsident Johannes Rau  durchaus bekannt zu sein. 

Eine Darstellung der GEMA aus der Sicht eines Komponisten finden wir in der Rede von Doc Bogarth (B. Plenge) und verwiesen sei auch auf das Verfahren des Rockmusikerverbandes gegen die derzeit gültigen Abrechnungsmodalitäten - das sogenannte Pro-Verfahren. 
 
 

Montserrat Caballé 
 
 

       GEMAestet ?? 



 
 

Ralph Siegel 

12. Wahlperiode 23. 5. 01
26. Sitzung (Auszug des Landtags-Protokolls / Saarland)

Ministerpräsident Müller:
Ein Problem, das insbesondere im Saarland, aber nicht nur dort, die Vereine zunehmend belastet, sind die teilweise sehr hohen Gema-Gebühren. Das saarländische Innenministerium ist derzeit im Gespräch mit den übrigen Bundesländern. Es wird eine Initiative vorbereitet mit dem Ziel, zu einer Neufestsetzung der Gebühren zu gelangen, die Vereine und Verbände entlastet. Eine Initiative also, die Entlastung dort schafft, wo nicht primär ökonomisches Tätigwerden stattfindet, sondern primär ehrenamtliche Tätigkeit. Ich glaube, dass dies nicht zuletzt auch im Interesse der Gema selbst liegt, denn dem Ziel der Gema, Einnahmen zu erzielen, um soziale Absicherung für Künstlerinnen und Künstler zu bewirken, ist nicht gedient, wenn die Gema-Gebühren so hoch angesetzt werden, dass betimmte Veranstaltungen nicht mehr durchgeführt werden. Keine Veranstaltungen heißt keine Gema-Gebühr; und deshalb ist in diesem Bereich weniger mehr. Deshalb brauchen wir im ehrenamtlichen Bereich eine Absenkung der Gema-Gebühren, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Beifall bei der CDU)

 

 

 

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Im Februar 2010:

Seit einigen Tagen ist eine öffentliche Petition freigeschaltet, die sich mit der Vergangenheit der GEMA beschäftigt. Sie hat zum Ziel, diesen ‚wirtschaftlich tätigen Verein’ zu einer manierlichen Aufarbeitung seiner NS-Verwicklungen zu zwingen.  

Es wäre nett von Euch, wenn Ihr mich/uns bei diesem bescheidenen Anliegen unterstützen würdet.  

Danke

Norbert Barth  

Den Text der Petition und die Möglichkeit zur Mitunterzeichnung findet Ihr hier:  

https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=9466

 

Derzeit kümmert sich die Kulturwerkstatt in Sonthofen sehr engagiert um die Ungereimtheiten des Urheberrechts. Aktuelle Informationen zu einer Petition und neue Presseberichte findet Ihr hier:  www.kult-werk.de   und in einem Pressespiegel